Workcamp-Bericht 2004

Der folgende Texte von Erasto Luanda (?) ist im Infoheft Nr. 23 (2005) erschienen. Erasto ist der Gründer der Elu Children Care und mitsamt seinem Lehrerkollegium der Projektpartner des Steinschleuder e.V. in Tansania.

:: »Zusammenarbeit auf allen Gebieten«

Wohlverdiente Mittagspause

Die Steinschleudergruppe, eine Gruppe von 21 jungen Leuten aus Deutschland, startete am dritten August 2004 ein neues Workcamp. Das Workcamp begann, nachdem Valentin Vollmer und Marie Halbach im November 2004 Erasto Luanda, den Leiter der Schule Elu Children Care, in Tanzania besucht hatten und erste Absprachen bezüglich des Baucamps trafen. Beide Partner diskutierten die Ziele und Erwartungen an das Projekt, welche die erste Basis für das neue Projekt darstellen sollten. Zusammen engagierten sich sowohl die Mitarbeiter der Schule als auch die deutschen Jugendlichen an allen gemeinsam geplanten Aktivitäten. Diese waren zum Beispiel das Einkaufen und Kochen der täglichen Malzeiten, alle Arbeiten auf der Baustelle aber auch Freizeitaktivitäten, wie Besichtigungstouren und Wanderungen. Die Partner beider Seiten zeigten großes Interesse füreinander und bildeten schnell eine große Gemeinschaft, die viel Freude an allen gemeinsamen Arbeiten und Unternehmungen hatte.

:: »Eintauchen in tansanische Gepflogenheiten«

Unsere Freunde aus Deutschland, die mit uns einen Monat in Tanzania verbrachten, haben sich schnell an die tansanische Umwelt und Kultur gewöhnt. Sie aßen gerne tansanische Gerichte, wie “Chips mayayi”, “Chapaties” und “Reis mit Bohnen” und tanzten zu tansanischer Musik. Sie haben auch ein paar Worte und Sätze auf Swahili, unserer Natinalsprache, erlernt, um in Kontakt mit vielen Menschen zu treten. Worte Wie „poa” (cool), “mambo!”, ”Jambo!”, “Habari?” (Wie geht’s?) gehörten bald zu jeder Unterhaltung.

:: »Bis an seine Grenzen gehen«

Während des ganzen Workcamps zogen alle Projektpartner, wie eine Familie, mit einer gesunden Einstellung zu allen zu bewältigenden Aufgaben, an einem Strang. Es war ein lebendiges Treiben, wenn sich alle ganz in die Arbeit auf der Baustelle einbrachten. Streit oder negative Stimmung waren nie zu spüren. Aufgrund dieses friedlichen und freundlichen Miteinanders wurden alle Aufgaben, Pflichten und Verantwortungen erfolgreich erledigt. Während der Arbeit hatten alle die Möglichkeit sich näher kennen zu lernen und sind enger zusammengewachsen. Die Gruppenmitglieder wurden vor neue Herausforderungen gestellt und entdeckten ihre Fähigkeiten, denen sie sich vor dem gemeinsamen Arbeiten auf der Baustelle nicht bewusst waren. Das Anwenden neuer Techniken, wie zum Beispiel das Zementmischen ohne Maschine, führte jeden an seine körperlichen Grenzen und zeigte jedem seine vielleicht noch unbekannten Stärken.

:: »Gemeinsam Lernen«

Die Jugendlichen der Steinschleuder haben während unserer gemeinsamen Arbeit bewiesen, dass sie kompetent und kooperativ sind. Ihre Möglichkeit mit uns zu arbeiten hat sie sicher selber gestärkt, aber auch den Mitarbeitern der Schule viel gegeben. Um ehrlich zu sein haben wohl beide Partner viel gelernt. Ich glaube, dass die Erfahrungen, die durch das Baucamp gewonnen wurden, sehr wertvoll für jeden einzelnen sind. Sie werden helfen neue Ideen, Erkenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln. Alle Mitarbeitenden wurden ermutigt sich selbst durch gemeinsames Arbeiten für einen guten Zweck zu stärken. Ferner ist nun das Bewusstsein größer von dem, was wir tun und warum wir es tun. Unsere Fähigkeit uns selbst zu entscheiden, wo wir uns engagieren, sind die entscheidenden Faktoren für die menschliche Entwicklung jedes einzelnen und auch der Gruppe, in der wir leben und arbeiten.