Ein Ausflug in den Bergregenwald

Der folgende Text von Holger Benz (?) ist im Infoheft Nr. 23 (2005) erschienen.

:: »Vorbereitende Maßnahmen«

Es ist Samstag, 6:30 Uhr. Ich muss aufstehen und meinen Rucksack packen: Taschenmesser, 1. Hilfe-Set, Bananen, Orangen, Brötchen ... Heute steht eine Wanderung auf die Uluguru-Mountains auf dem Tagesplan. Die Uluguru-Bergkette, welche sich an Morogoro-Town vorbei zieht und sich somit von jedem Punkt der Stadt als sagenhaftes Panorama präsentiert, wird zum ersten Ausflugsziel des diesjährigen Baucamps. Um 7:30 Uhr fahren wir mit dem ECC-Schulbus von unserer Unterkunft los um eine halbe Stunde später unseren Bergführer am Fuße des Bondwa-Mountains zu treffen.

:: »Auf schmalen Pfaden zum Bergregenwald«

Dort angekommen geht’s direkt los. 21 Mzungus (Weiße/Europäer) und 6 Tansanen. Vorbei an kleinen Bergdörfern und Bauern, die ihre Felder an steilsten Hängen bewirtschaften, wandern wir auf schmalen Pfaden bis wir nach etwa zwei Stunden die Zwischenstation „Morning-Side“ erreichen. Auf der „Morning-Side“, ein im Jahre 1911 von deutschen Kolonialherren erbautes Gebäude, wird gerastet. Nach einer halben Stunde Frühstückspause mit Bananen von Bauern vor Ort, Brötchen und einem atemberaubenden Blick über die ganze Stadt Morogoro, geht es weiter – immer Richtung Bergregenwald.

:: »Urwaldriesen, Rascheln, Geschrei«

Eine weitere Stunde später erreichen wir auf angegebenen 1600 m, wo die Luft schon etwas dünner wird, den Rand des nebelverhangenen Waldes. Der am Anfang noch lichtere Wald wird zwischen den bis zu 40 m hohen Urwaldriesen und Lianen immer dichter. Raschelnde Geräusche im Busch nebenan, Vogelgeschrei in der Ferne – wie im Urwald! Tiere selbst sehen wir leider kaum. Wir können nur erahnen, was sich hinter all den uns unbekannten Geräuschen verbirgt und sich uns nicht zeigen mag. Beim nächsten Aussichtspunkt wird aus 3 Rucksäcken das Mittagessen gezaubert – Kalte Pommes mit Ketchup für alle. Um nicht im dunklen Wald verloren zu gehen, müssen wir nach der einstündigen Mittagspause aufbrechen, denn durch die Nähe zum Äquator geht die Sonne hier um kurz nach 6 Uhr schlagartig unter. Mit den Erlebnissen des Tages im Kopf fällt der Abstieg nicht schwer. Und so sind wir schon um 17Uhr am Ausgangspunkt zurück. Hätten wir den Gipfel des Bondwa-Mountain etwa doch erreichen können? Vielleicht nächstes Mal...