Zwischenbilanz nach drei Jahren
Der folgende Text von Valentin Vollmer (24) ist im Infoheft Nr. 22 (2004) erschienen.
:: »Von 0 auf 70 in drei Jahren!«
Von 0 auf 70 in drei Jahren! Für ein Auto währe das nicht das beste, für die Anzahl von Kindern in dem von uns errichteten Kindergarten ist das durchaus ansehnlich. Sukzessive ist in den vergangenen Jahren seit August 2000 der Kindergarten weiter gewachsen, und somit konnten immer mehr Kinder aufgenommen werden. Man könnte auf die Räume bezogen auch sagen: Von 0 auf 7 in drei Jahren. Aus dem kleinen ersten Raum, der nach unserem ersten Baucamp fertig war, ist schon ein kleiner Komplex geworden, der vielen Kindern die Möglichkeit gibt in den Genuss dieser besonderen Erziehung zu kommen. Dank des Engagements unserer Partner sind Kindergärtnerinnen eingestellt und Kinder und Betrieb aufgenommen worden. Trotz all der Schwierigkeiten, die die Neugründung eines Kindergartens mit sich bringt geht es Schritt für Schritt voran. Der diesjährige Schritt war das Fertigstellen von zwei Räumen, die, von uns finanziert, schon im Juni angefangen wurden, sowie der Anfang von zwei weiteren Räumen, die inzwischen durch das Senden weiterer Finanzmittel fertiggestellt wurden.
:: »Undogmatischer Umgang mit Grundsätzen«
Einer der Grundsätze des Steinschleuder e. V. ist, dass Projekte nach drei Jahren einen Status erreicht haben sollten, von wo aus sie allein, selbständig und nachhaltig weiterlaufen können. Nicht immer ist dies möglich, und es wäre wohl eine Gefährdung der vielen Mühe, nähme man diesen Grundsatz allzu wörtlich. Nicht immer ist dieses Ziel möglich, und so ist es notwendig von Fall zu Fall zu entscheiden, wie lange ein Projekt betreut und weiter unterstützt wird. Lässt man es zu früh auf eigenen Beinen stehen, kann alles wieder in sich zusammenbrechen, betreut man es zu lange, so wird es nie laufen lernen. Der Weg in der Mitte ist das Ziel. Diesen Weg der Mitte werden wir jetzt mit dem Kindergarten im Senegal beschreiten. In drei Jahren konnten wir sehr viel erreichen, und eine sehr gute Ausgangsposition für nachhaltige und effektive Arbeit schaffen. Inzwischen sind so viele Räume vorhanden, dass 70 Kinder aufgenommen werden konnten, und um nicht alle Kräfte zu überlasten und somit das Projekt kollabieren zu lassen, gilt es jetzt, das Bestehende so weit zu festigen, dass es ohne Hilfe von außen läuft.
:: »Senegal 2004?«
Dieses Ziel vor Augen gilt es nur noch wenige bauliche Maßnahmen fertig zustellen um alles zu vollenden, und dann um so mehr die pädagogischen- und die Verwaltungsstrukturen weiter auszubilden und zu etablieren. Zu diesem Zwecke wird im Sommer 2004 eine kleine Gruppe von Steinschleuderern ein viertes Mal nach Dakar reisen und unsere Freunde besuchen, um gemeinsam mit Ihnen zu schauen wie es bisher läuft, wo wir vielleicht noch helfen können und wie es weiter laufen wird. In der Vergangenheit hat es sich immer wieder bewiesen, dass im Austausch zwischen den drei beteiligten Partnern, CODIV, Lengoo und Steinschleuder, viele Erkenntnisse gewonnen werden konnten, und der Kindergarten von mal zu mal mehr davon profitieren konnte. Um dies beizubehalten wird der Besuch im Sommer 2004 wohl ein sehr wichtiger für den zukünftigen Verlauf des Projektes sein, und wohl ein entscheidender Schritt für eine nachhaltige Entwicklung sein. Dieser Besuch wird nicht in der Form eines Baucamps ablaufen, sondern vielmehr den Charakter einer „Nachbereitungsreise“ haben, an der drei bis vier mehrjährigen Senegal-Fahrer teilnehmen werden.



