Baubericht des ersten Workcamps (2001)
Der folgende Text von Johannes Ploch (23) ist als Artikel im Infoheft Nr. 18 (2001) erschienen. Johannes Ploch war in diesem ersten Workcamp des Steinschleuder e.V. im Senegal einer der zwei Verantwortlichen für den Bau.
:: »Überraschende Ausgangslage«
Unsere Befürchtung, daß die von uns geforderten Vorarbeiten, nämlich das Einebnen des Bauplatzes und die Fertigung des Fundamentes, nicht gemacht wurden, bestätigte sich. Da wir nun in die Planung miteinbezogen wurden, konnten wir auch darüber entscheiden, ob wir mit dem zu Verfügung stehenden Geld das Fundament des gesamten Gebäudes fertig stellen wollen, oder ob wir lieber einen Raum funktionstüchtig erbauen wollen, damit es möglich ist mit der ersten Gruppe des Kindergartens noch dieses Jahr zu beginnen. Wir entschieden uns für letzteres und begannen Angebote für die Einebnungsarbeiten einzuholen und kauften Werkzeuge und Material. Nach einigem hin und her fand sich mit Hilfe der Verbindungen des CODIV´s ( einer der beiden senegalesischen Partner- Vereine) ein Unternehmer der zum Selbstkostenpreis die Einebnung des Bauplatzes vornahm. Es wurden Sand und Zement geliefert.
:: »Steine herstellen«
Wir wunderten uns etwas wo denn die Ziegel- bzw. Mauersteine blieben, da zwar zunächst das Fundament ausgehoben und gegossen werden sollte, aber am nächsten Tag auch die Maurer kommen würden. Es ergab für unser Verständnis einfach keinen Sinn. Die Maurer kamen und brachten Schaufeln und eine Form mit. In diese Form wurde estrichfeuchter Beton gefüllt, verdichtet und glattgezogen. Daraufhin wurde die Form am Boden umgestülpt und fertig war der erste Stein. Nach diesem Sandkasten Backverfahren folgten weitere 3000 Steine. Die Armierung für das Fundament, Stürze und Säulen kam in sechs Meter langen Stangen und wurden erst vor Ort mit sehr einfachen Werkzeugen zu Matten und Käfigen geformt.
:: »Zusammenarbeit«
Wir fügten uns schnell in diese Arbeitsabläufe ein, obwohl Lengo und das CODIV genügend Fachkräfte bestellt hatten, da sie nicht damit gerechnet hatten, daß wir tatsächlich drei Wochen mitarbeiten würden. Dadurch entstand eine Situation, in der nicht immer genügend Arbeit für alle da war, zumal wir von einer ebenso großen Gruppe junger Senegalesen unterstützt wurden. Im nächsten Jahr wird es so sein, daß ein- bis zwei Fachkräfte unsere Gruppe anleiten. Des weiteren erhoffen wir uns eine stärkere Einbindung in Entscheidungsprozesse und in die Verantwortung, damit einzelne Teilnehmer aus der Gruppe auch eigenverantwortlich Arbeit anleiten können. Doch nicht nur fehlende Arbeit erschwerten manchmal das kontinuierliche Vorankommen auf der Baustelle. Auch der Regen, der uns an manchen Tagen überraschte bremste uns für ca. eine Stunde aus.
:: »Ein erster Rohbau«
Nach vielen Litern Schweiß, dutzenden Blasen und durchgearbeiteten Handschuhen ist unser gemeinsames Ziel, den Rohbau des ersten Kindergartenraums fertig zu stellen, erreicht worden. Es werden nun noch Fenster, Türen und eine Toilette eingebaut, damit die erste Kindergartengruppe gegen Ende des Jahres dort Einzug halten kann.




