2. Baucamp auf der Naftec-Farm, Cebu
:: 28. Juli 2008
Die Gruppe der TeilnehmerInnen am diesjährigen Baucamps des Steinschleuder e.V. ist gut auf der Naftec-Farm eingetroffen und herzlich empfangen worden. Die ersten Kontakte mit den Gastfamilien wurden bereits geknüpft.
Der zurückgelassene Rohbau des letzten Baucamps ist wie abgesprochen weitergeführt worden, ein Dach wurde aufgesetzt und das Gebäude in diesem Zustand bereits für Kurse genutzt. So fanden bereits Nähkurse statt, bei denen die teilnehmenden Frauen sowohl Basiskenntnisse im Nähen erhielten, als auch gleichzeitig eine Auftragsarbeit für eine nahegelegene Fabrik erledigten und so ein Gehalt für ihre Arbeit bekamen.
Morgen wird der erste Arbeitstag sein! Über das Vorankommen auf der Baustelle und das weitere Geschehen wird in Kürze mehr zu lesen sein.
:: 30. Juli 2008
Liebe Steinschleuder-Interessierte, Mitglieder, Förderer und Fans,
wir sind nun schon seit 5 Tagen (wieder) auf den Philippinen und haben in dieser kurzen Zeit schon unglaublich viele neue Eindrücke gesammelt. Liebevoll wurden wir von Gloria und Mandy, unseren Projektpartnern, und den Gastfamilien aufgenommen und mit einer kleinen Feier samt cebuanischem Volkstanz und Musik willkommen geheißen.
Die erste Nacht verbrachten wir auf der Farm, um uns noch etwas einzugewöhnen. Am nächsten Abend wurden wir von unseren Gastfamilien aufgenommen und hatten Zeit, diese am darauf folgenden Tag besser kennen zu lernen. Dies war besonders für die Neulinge unter uns ein unglaubliches Eintauchen in eine fremde Welt, da unsere Gastfamilien einerseits in sehr einfachen Verhältnissen leben und uns dennoch eine unglaubliche Herzlichkeit und Wärme entgegenbringen. Die Gastfreundschaft ist überwältigend und da sie uns so viel geben und doch so wenig haben, fängt man an, sich auch über seinen eigenen Lebensstil Gedanken zu machen.
Unsere Gruppe, die dieses Jahr aus 5 Jungs und 7 Mädels besteht, ist inzwischen schon ein eingespieltes Team und dementsprechend geht der Bau mächtig voran. Ständig motiviert von Rufen wie „ZickeZackeZickeZacke - hoihoihoi“ arbeiten wir zusammen mit 5 gelernten Arbeitern und einigen Filipinos, die der TNMC (Erwachsene) und der CYSC (Jugendliche) angehören; beides sind Vereine, die aus einer Initiative der NAFTEC-Farm entstanden sind. Sie sind auch die Hauptzielgruppe, die später im fertigen Gebäude Seminare und Kurse besuchen werden. Seit letztem Jahr hat sich eine Menge getan, unter anderem wurde in unserer Abwesenheit das Dach fertiggestellt und das Fundament fertig gegossen.
Nach 2 Arbeitstagen haben wir bereits die ersten Wände hochgezogen. Eine unglaublich tolle Arbeit, weil man sofort die Fortschritte seiner Arbeit erkennt und das Haus vor unseren Augen in die Höhe wächst.
Wir melden uns bald wieder, eure Steinschleuderer
[Von Simon und Caroline]
:: 5. August 2008
Liebe Steinschleuder-Interessierte, Mitglieder, Förderer und Fans,
Fast zwei Wochen sind bereits vergangen, seitdem wir auf der NAFTEC-Farm angekommen sind. In dieser Zeit hat sich bereits eine Menge getan. Auf der Baustelle geht es im Schweiße unseres Angesichts mächtig voran und der Muskelkater lässt auch schon grüßen. In zumeist strahlendem Sonnenschein und mächtig tropischer Hitze haben wir bereits einen Großteil der Wände hochgezogen und bereits mit dem Verputzen angefangen. Man darf sich die Arbeit natürlich nicht wie auf einer deutschen Baustelle vorstellen – hier ist alles noch echte Handarbeit! Dutzende Säcke Zement sind gemischt, hunderte Steine durch Steinketten zur Baustelle transportiert und etliche Sandsäcke geschleppt worden.
Doch nicht nur Arbeit prägt unser Leben hier, sondern auch das Leben in unseren Gastfamilien und der damit verbundene Kulturaustausch, denn abends bleibt immer noch Zeit zum Reden, Lachen, Tanzen und Spielen. Wir lernen immer mehr über die Herausforderungen des Lebens kennen, denen sich jede Familie stellen muss; Schulen, Colleges und die steigenden Energie und Reispreise wollen bezahlt, Großfamilie und Tiere ernährt und nebenbei die alltägliche Arbeit bewältigt werden; sofern man das Glück hat, eine Arbeit zu besitzen.
Umso schöner war es für uns alle, gemeinsam mit unseren jungen Filipinos die Seele am Samstag und Sonntag am Barili-Beach baumeln zu lassen. Nach dem eher traurigen Besuch in der Barangay Lorega, einem Elendsviertel, deren Bewohner seit ihrer Geburt auf einem Friedhof leben, besuchten wir den Carbon Market in Cebu City. Anschließend kam der entspannende Teil, bei dem wir im Landhaus des Father Elbao mit wunderschönem Meerblick im Freien übernachteten und am Sonntag in den Huya.......... Wasserfällen badeten.
Darauf folgten zwei weitere, erfolgreiche Arbeitstage, die zur Fertigstellung des Baues wieder einen großen Schritt beitrugen. Gestern verbrachten wir dann einen wunderschönen Tag am Strand, bei dem nicht nur unsere Gastfamilien, sondern auch alle Mitglieder unserer Partnerorganisation teilnahmen.
Heute starteten wir mit einem weniger schönen Ereignis in den Tag, da Maria aufgrund ihrer Ausbildung in Deutschland uns leider schon früher verlassen musste. Trotz einiger Tränen, gingen wir nach dem Abschiedsfest wieder mit neuer Kraft an die Arbeit.
Außer einigen Blessuren sind wir gesundheitlich weiter wohlauf und guter Laune und werden euch auf dem Laufenden halten...
Viele liebe Grüße, Eure Baucampgruppe 2008
[Von Caroline und Simon]
:: 14. August 2008
Liebe Steinschleuder-Interessierte, Mitglieder, Förderer und Fans,
hier meldet sich wieder der Steinschleuder-Kurzbericht mit den neuesten Ereignissen der vergangenen Woche. Das Ausbildungszentrum steht vollständig. Alle Mauern sind gesetzt und wir geben den Mauern durch das Verputzen bereits ein freundliches Gesicht. Je näher wir der Vollendung des Gebäudes kommen, desto mehr steigt unsere Motivation, das Projekt so weit wie möglich voranzutreiben. Zusätzliche Hilfe bekamen wir am Mittwoch in Form von 25 neugierigen, kicherndern Collegestudentinnen aus einer katholischen Mädchenschule in Cebu. Sie halfen uns einen Tag lang, die Rückseite des Gebäudes zu verputzen. Nebenbei brachten sie uns cebuanische Lieder und Spielchen bei und wir ihnen im Gegenzug unsere Warm Up-Spielchen, wie zum Beispiel Tatutzita.
Letzten Freitag war natürlich wieder Solidarity-Night mit allen Familien. Motiviert, endlich mal etwas wirklich Deutsches vorzuführen, studierten wir unter Leitung unseres Chefchoreografen Max einen Schuhplattler ein. Eine unserer Gastmütter und David vollführten einen ChaChaCha in cebuanischer Art und sogar die Kleinsten zeigten uns ihre großen Tanzkünste zu amerikanischen Popsongs. Aus traurigem Anlass fuhren wir nach einem halben Arbeitstag nach Cebu zum Flughafen, um Caro mit vielen Tränen auf den Weg nach Deutschland zu schicken. Hinterher ging es in die größte Mall der Insel, welche so gigantisch war, dass man sich darin verlaufen konnte und so viele Geschäfte hatte, dass man gar nicht wusste, wo man überhaupt mit Shoppen anfangen sollte. Die erdrückende Größe und Exklusivität der Mall ließen uns jedoch schnell wieder ins heimatliche Naga flüchten, wo wir auf der Plaza einem Konzert der Visaya-Band Kamikaze lauschten, die mit harten Gitarrenklängen und einem exzentrischen Sänger vor allem das weibliche Publikum zum Kreischen brachte. Das Seltsamste für uns war, dass es nach der kurzen, 45-minütigen Vorstellung weder Applaus noch Zugabe gab und sich nahezu das gesamte Publikum schon 2 Minuten nach Konzertende aus dem Staub gemacht hatte.
Sonntag fuhren wir mit einem Bus und einem Pickup, gesponsert von der örtlichen Zementfabrik, auf eine Wanderung zum höchsten Berg der Insel. Das heißt, dass wir geschätzte 400 Höhenmeter gefahren wurden und die restlichen 100 Höhenmeter laufen durften. Unsere Wanderung wurde durch einen starken Regen zur Lunchtime deutlich erschwert und so um Einiges aufregender. Auf dem Gipfel bot sich uns eine unglaubliche Aussicht über das türkisblaue Meer und die Nachbarinseln Bohol und Negros. Wieder in den Gastfamilien angekommen, fielen die meisten von uns todmüde ins Bett.
Morgen ist unser vorletzter Arbeitstag, an dem wir die letzten Wände verputzen werden und am Montag geht es los in den wohlverdienten Urlaub nach Bohol.
Bis bald, Eure Baucampgruppe 2008
[Von Simon]
:: 22. August 2008
Das zweite Baucamp des Steinschleuder e.V. auf der philippinischen Insel Cebu ist nun abgeschlossen. Nach drei Wochen Arbeit am Bildungszentrum der NAFTEC-Farm verbrachten die Baucamp-Gruppe mit den jugendlichen Projektpartnern des CYSC und den Projektpartner Gloria und Rhodelia einige erholsame Tage auf der Nachbarinsel Bohol. Vor wenigen Tagen kehrten dann die TeilnehmerInnen des diesjährigen Baucamps erschöpft aber zufrieden mit dem Erreichten zurück.











